Ein Pflegekoordinator für Bocholt

04.10.2019

CDU-Fraktion stellt Antrag

Die Pflegesituation in Bocholt gibt Anlass zur Sorge. Dies stellt die CDU-Fraktion in einem Antrag für die kommende Ratssitzung am 9. Oktober fest. Immer mehr Menschen würden in Zukunft pflegebedürftig sein. Dagegen würden jedoch immer weniger Menschen da sein, um sie zu pflegen, schreibt die CDU-Stadtverordnete Gudrun Koppers in ihrem Antrag. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, beantragt die CDU einen Pflegekoordinator für Bocholt, der stärker für den Pflegeberuf wirbt und Synergieeffekte schafft.

„Die Idee für einen Pflegekoordinator kam im Trendshop Gesundheit auf“, erklärt Gudrun Koppers. Dieser ist einer von fünf Trendshops der Trend-WerkStadt #fürbocholt, die Mitte dieses Jahres ihren Abschluss fand. Unter der Leitung von Adi Lang und Herbert Mäteling beschäftigten sich die Bürgerinnen und Bürger im Trendshop Gesundheit und demografischer Wandel unter anderem mit der Problematik der fehlenden Pflegekräfte. Gudrun Koppers: „Den Vorschlag der Bocholterinnen und Bocholter, einen Pflegekoordinator einzusetzen, um stärker für den Pflegeberuf zu werben und Synergieeffekte zu nutzen, halte ich genau für den richtigen Ansatz.“

Adi Lang, Leiter des Trendshops, zeigt die Problematik deutlich auf: „Die Pflegebedarfsplanung für Bocholt, Isselburg und Rhede besagt, dass die Anzahl der Pflegebedürftigen bis zum Jahr 2027 um 14,5 Prozent auf circa 4.870 Personen ansteigt. Es besteht jedoch heute schon ein erheblicher Bedarf an Pflegekräften!“ Um den gesteigerten Bedarf bewältigen zu können, seien bis 2020 circa 2.360 Pflegekräfte erforderlich, so Lang.

Bereits heute gibt es in Bocholt verschiedene Ansätze, um das Image des Pflegeberufs zu erhöhen und mehr Nachwuchs zu finden. Die CDU-Stadtverordnete Koppers stellt fest: „Wir als CDU halten die Idee der Bürger für richtig, dass die verschiedensten Aktivitäten in Sachen Pflege und die damit verbundenen Schnittstellen künftig vom Fachbereich Soziales bei der Stadt Bocholt gebündelt und gemanagt werden. Mithilfe der dort vorhandenen Kompetenz kann so das Synergiepotenzial in der Pflege ausgeschöpft werden.“

Die Bürgerinnen und Bürger haben im Trendshop Gesundheit bereits konkrete Ansätze entwickelt, um den Pflegeberuf zu stärken. Ein Vorschlag ist, den Pflegeberufsschülern kostengünstigen oder kostenfreien Wohnraum zur Verfügung zu stellen. „Der Pflegekoordinator müsste hierfür ermitteln, welche Zuschüsse für Wohnung und Ausbildung von der Stadt Bocholt gewährt werden können“, fordert Trendshopleiter Adi Lang. Des Weiteren sollte der Pflegekoordinator, nach den Vorstellungen der Bocholterinnen und Bocholter im Trendshop, durch verschiedene Aktionen für die Anerkennung des Pflegeberufes an den Bocholter Schulen werben.
aktualisiert von Jannick Behrens, 04.10.2019, 14:24 Uhr